Törn: Waren  – Plau – Lübz – Parchim – Malchow – Waren


Vor dem Start in Waren (Müritz) lohnt sich ein Bummel durch die „Perle der Müritz“ mit einem gemütlichen Restaurantbesuch. Die Kombüse mit den Kochmöglichkeiten kann noch warten. In der Fußgängerzone und am Marktplatz wurde alte Bausubstanz aufwendig saniert. In den Geschäften können noch fehlende Dinge für die Zeit an Bord gekauft werden. Vielleicht ist es gerade Dienstag oder Donnerstag. Dann lockt der Wochenmarkt die Passanten auf den Neuen Markt. Der Frischemarkt am Freitag hat ausschließlich Lebensmittel. Nach einem kurzen Abstecher zum Warener Wirtschaftshafen mit dem modernen Yachthafen, den gemütlichen Kneipen und Restaurants, Boutiquen und den leckeren Fischspezialitäten können die Leinen gelöst werden und der Törn mit der führerscheinfreien Charteryacht beginnt.

1. Tag: In ungefähr 3 bis 4 Stunden kann nach 31 Kilometern das Tagesziel Plau am See erreicht werden. Von Waren aus liegt der Kurs über die Binnenmüritz Richtung Reeckkanal an. Bei der Brücke ist auf Grund der Flussbiegung Vorsicht angesagt. Dieser Bereich ist unübersichtlich. Da hilft Tempo drosseln. Vorbei an der Marina Eldenburg fasziniert bereits die idyllische Landschaft. Die Mecklenburger Seenplatte zeigt sich von der charmanten Seite, besonders wenn die Sonne lacht. Über den Kölpinsee folgt der Skipper der Betonnung. Die Uferregionen sind teilweise recht flach. Nördlich am Ende des Sees kann in den Jabelschen See für eine gemütliche Pause mit Badespaß eingebogen werden. Noch ist das Tagesziel nicht erreicht und so wird der Törn fortgesetzt. Für die moderne Marina und das Restaurant „Toplicht“, ein kulinarischer Geheimtipp, fehlt eventuell die Zeit. Der Kirchturm von Malchow, am Ende des Fleesensees gut sichtbar, erinnert an die Drehbrücke mit der nicht kalkulierbaren Wartezeit. Treibend auf Grund fehlender Anlegemöglichkeiten muss dem großen Ereignis entgegen gesehen werden. Belohnt wird die Crew für die Geduld mit dem beschaulichen Panorama der Inselstadt. Mit einem Obolus in den „Klingelbeutel“ kann sich der Bootsführer beim Passieren für das Öffnen bedanken. Gleich hinter diesem technischen Denkmal sind am Kloster Malchow Anlegestellen. Die nächsten 7 Kilometer haben einen Flusscharakter und anschließend fährt die Charteryacht hinaus auf den Plauer See. Wer in Plau am See spät am Tag einen Liegeplatz sucht, kann im Yachthafen vor der Straßenbrücke eventuell erfolglos Ausschau halten. Aber eine Bucht am Westufer nördlich der Stadt bietet ideale Ankermöglichkeiten. Ruhig und geschützt kann gut vertäut, rückwärts mit zwei Leinen um einen Baum und Buganker, die Nacht kommen. Beiboot und Leinen sollten vor diesem Manöver klargemacht werden. Die viele frische Luft und der Wind sorgen für Müdigkeit. Trotz geheimnisvollen, vielfach unbekannten Geräuschen an Bord vergeht angenehm schlafend die Zeit bis zum nächsten Morgen. Dieser erste Törntag wird als schleusenfreie Fahrt verbucht. Morgen sieht es dann anders aus.

2. Tag: Das heutige Tagesziel ist die Brauereistadt Lübz. 21 Kilometer mit 4 Schleusen, in denen es abwärts geht, und eine Hubbrücke am Anfang erhöhen den Reiz der Strecke. Bereits in Plau am See stellt sich heraus, wie die Crew das Thema Schleuse bewältigt. Noch einmal werden die theoretischen Grundlagen ins Gedächtnis gerufen und die erforderlichen Aufgaben verteilt. Wer steht mit welcher Leine wo. Hubbrücke und Schleuse werden hier von einem Schleusenwärter bedient. Da muss etwas Zeit eingeplant werden. Nach der Schleuse zeigt sich die Elde von ihrer schönen Seite. Der Skipper manövriert jetzt mit der Charteryacht auf einem Teilabschnitt der Müritz-Elde-Wasserstraße mit weiteren drei Schleusen. Von Schleusenkammer zu Schleusenkammer wächst die Sicherheit der Besatzung. Mit gewisser Gelassenheit wird schnell festgestellt, dass diese Bauwerke eine willkommende Abwechslung sein können. Vielfach trifft man immer wieder auf die gleichen Boote, wird fast zu einer „großen Familie.“ Endlich läuft die Yacht im Stadthafen von Lübz ein. Jetzt dürfen die Gedanken um ein „kühles Blondes“ kreisen. Ein Landgang ist die richtige Alternative. Auf dem 37 m hohen Wasserturm kann die Crew sich einen interessanten Überblick verschaffen. Woher kamen sie und wohin geht die Reise. Zu ihren Füßen kuschelt sich die Kleinstadt mit den historischen Bauten in die Niederungen. Ja, und da war doch noch etwas mit dem Lübzer Pils? Nun muss noch über einen Restaurantbesuch entschieden werden. Oder bei der nächsten Einkaufsgelegenheit werden die Getränkevorräte aufgetankt. Am lauen Sommerabend schmeckt der Gerstensaft, gut gekühlt, auf dem Boot fantastisch nach Abenteuer.

3. Tag: Bis Parchim sind es nun noch 26 Kilometer mit 1 Schleuse. Das kann die Crew mit der Charteryacht in ungefähr gut 3 Stunden schaffen. Am Wasserwanderrastplatz Fischerdamm Parchim am Nebenarm der Müritz-Elde-Wasserstraße kann das Boot vertäut werden. Eine andere Möglichkeit wäre bereits der Anleger davor in Parchim-Slate. Die Einwohner nennen ihre Stadt liebevoll „Pütt“. Tradition, Natur und Moderne gleiten ineinander über. Charakteristisch sind alte Bausubstanzen, Technologiezentren, moderne Verkehrsinfrastrukturen und Naturschutzgebiete. Vielleicht lockt die gotische Backsteinkirche Sankt Georg mit dem Turm zum Besteigen. In 48 Meter Höhe bietet sich ein eindrucksvoller Rundblick. Der Bummel durch die Stadt kann mit einem kulinarischen Highlight abgerundet werden. Das Endziel der Wochentour wurde erreicht, „Bergfest“ ist angesagt. Die Crew fühlt sich bereits ohne Bootsführerschein als gestandene Wassersportler. Von hier aus geht die Tour mit der Charteryacht rückwärts Richtung Heimathafen.

4. Tag: Geruhsam fährt die Yacht 26 Kilometer auf der Müritz-Elde-Wasserstraße zurück bis nach Lübz. Die Schleusen, heute ist es nur 1, bedeuten schon lange keine Probleme mehr. Die Crew ist eingespielt und jeder Handgriff sitzt. Leinen und Bootshaken sind stets griffbereit. Die Technik des automatischen Schleusenbetriebes in Eigeninitiative ist kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Der Liegeplatz wurde erreicht und es zieht alle noch einmal an Land. Der Amtsturm von Lübz beherbergt u.a. ein Museum zur Geschichte der Brauereikunst. Vielleicht sieht man anschließend das Lübzer Bier mit anderen Augen an. Schmecken tut es noch immer. Die Stadtmarina Lübz mit eigenem Hafenbecken hat Liegeplätze für Hausboote, und von dort aus kann die Crew die kleine Stadt bequem erkunden.

5. Tag: Beim Morgenkaffee wird über die Tour zurück bis Malchow nachgedacht. Wellen plätschern leise an die Bordwand. Die Sonne trocknet den Tau auf der Charteryacht. 33 Kilometer bis Malchow können in ca. 5 Stunden geschafft werden. Vier Schleusen müssen dieses Mal aufwärts passiert werden. Das bedeutet Leinen anziehen und nicht nachlassen. In Plau am See gehört dann noch die Hubbrücke dazu. Es ist schon eine eigene Welt die Wasserstraße. Mit dem Auto ist diese Entfernung schnell zurück gelegt. Auf dem Wasser wird das zu einer geruhsamen Tour von mehreren Stunden mit faszinierenden Natureindrücken. Mit Fremden werden beim Vorbeigleiten der Boote Grüße ausgetauscht, beim Anlegen verblüfft die Hilfsbereitschaft und wer unsicher seine Fahrt begann, merkt ganz schnell, es gibt stets besorgte Wassersportler, die zugreifen. Schön wenn „Muffelköppe“ die Ausnahme bleiben. Bei der Fahrt auf der langsam fließenden Elde Richtung Plau am See stellt sich schnell heraus, dass die Natur immer wieder neue, sehenswerte Überraschungen bereit hält. Der Plauer See mit seinen bemerkenswerten Ausdehnungen (15 km lang, 6 km breit) wird überquert. Bei einer steifen Brise ist mit Wellengang zu rechnen. Jedoch auf die Bootstechnik ist Verlass. Bei der Einfahrt in den Petersdorfer See lockt die Schänke „Lenzer Krug“ mit Fisch, Wild und regionalen Spezialitäten. Gäste winken vom Biergarten herüber. Dann sind die Silhouetten von der Inselstadt Malchow, das heutige Tagesziel, zu erkennen. Unterhalb der roten Backsteinkirche können Liegeplätze am rechten Ufer anvisiert werden. Jedoch legen dort abends ebenso Ausflugsschiffe an. Der Yachtclub und die Bootswerft Max Thiele bieten ebenso Anlegemöglichkeiten. Ein geruhsamer Abendspaziergang durch die Klosteranlage mit dem Orgelmuseum bringt wieder festen Boden unter die Füße.

6. Tag: Die letzte Tagestour über 32 km ist absolut frei von Schleusen. So kann bereits nach 3 Stunden über den Fleesen- und Kölpinsee Waren (Müritz) an der Binnenmüritz erreicht werden. Bei idealem Wetter empfiehlt sich eine Tour hinaus auf den größten Binnensee Deutschlands in der Mecklenburger Seenplatte. Hier kann noch einmal der flache Sandstrand im Uferbereich zum Baden genutzt oder nach dem Anlegen bei Schloss Klink in der attraktiven Parkanlage gebummelt werden. Einheimische Spezialitäten im Restaurant runden diese Woche auf der Charteryacht mit einem würdigen Ausklang ab. Bei der Fahrt Richtung Charterstützpunkt gleitet noch einmal der Blick über das „Kleine Meer“. Wasser funkelt in der Sonne, die Uferregionen sind in weiter Ferne. Ein Urlaubserlebnis im Einklang mit der Natur und geht dem Ende entgegen. Alle Wetter-Kapriolen wurden gemeistert.